„Omnia tempus habent“ nach Carl Orff
Resonanz von Stimme, Raum und Publikum
Das Projekt widmet sich der interdisziplinären Resonanz. Unter dem Titel „Omnia tempus habent“ rücken wir Carl Orffs Sprechstücke in den Fokus – ein bis heute vor allem in der Fachwelt bekannter Geheimtipp einer kaum erforschten, zwischen Musik und Theater changierenden Gattung.
Neuartige Interdisziplinarität
Für dieses hochkarätige Format kommen 12 Schauspielstudierende der Theaterakademie Hamburg unter der Leitung von Prof. Marc Aisenbrey und 5 Studierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Schlagzeugklasse Prof. Cornelia Monske) zusammen. In einer spektakulären Inszenierung an verschiedenen Standorten werden Orffs Sprechstücke durch effektvolle Schlagzeugwerke und Pantomime der Schauspielstudierenden ergänzt.
Innovativer Ansatz: „Orff meets Audience“
Das Projekt generiert ein völlig neuartiges Erlebnis durch die Erforschung zweier Resonanz-Ebenen:
Ästhetische Resonanz:
Die direkte Wechselwirkung und Interdisziplinarität zwischen „Resonanz/Stimme“ (Sprache, Atem, Artikulation) und „Resonanz/Musik“ (Perkussion, Rhythmus).
Performative Resonanz:
Ein radikaler Bruch der unsichtbaren Distanz zwischen Bühnen- und Publikumsraum. Auf der performativen Ebene entsteht eine direkte Interaktion zwischen den ausführenden Künstlerinnen und Künstlern auf der Bühne und dem Publikum. Der Zuschauerraum wird in das klangliche und theatrale Geschehen integriert, das Publikum wird Teil der Resonanz.
Kulturpolitische Bedeutung
Beide Leuchtturmprojekte machen das Festivalmotto „Resonanz“ auf facettenreiche Weise greifbar. Während das Orchesterprojekt einen vitalen, völkerverständigenden Brückenschlag vollzieht und sich auf die gemeinschaftsbildende Kernkompetenz des Festivals stützt, leistet das Orff-Projekt performative Pionierarbeit an der Schnittstelle von musikalischem Erbe, Rhythmik und Schauspiel. Um das Festivals junger Künstler Bayreuth in seinem Transformationsjahr 2026 mit seinem starken, innovativen und international ausstrahlenden Profil noch sichtbarer zu machen, verzichten wir in diesem Jahr bewusst auf viele kleinere Einzelprojekte, um die volle Aufmerksamkeit öffentlichkeitswirksam auf die großen innovativen Projekte lenken zu können.
Begleitprogramm:
Symposium mit Dr. Thomas Rösch, Direktor des Orff-Zentrums München, zu „Richard Wagner und Carl Orff – eine hochemotionale Beziehung“