Die Musik als Botschafter über alle Grenzen hinweg!
Wie die schönste Sprache der Welt einen neuen Anstrich verleihen kann!
Wer aktuell an die Ukraine denkt, dem kommt vor allem eines in den Sinn: der noch immer währende kriegerische Konflikt. Und auch im Alltag eines jeden Ukrainers nimmt die Politik einen großen Stellenwert ein. Dem entgegen stellen sich Olena Nikolenko und ihr Quartett mit ihren musikalischen Darbietungen. Auch wenn das nicht in erster Linie ihre Intention ist, haben sie mit Sicherheit einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Ukraine unter ihren Zuhörern.
Hinzu kommt, dass sie ein in unserem Kulturkreis wirklich außergewöhnliches Repertoire anbieten. Neben einigen volkstypischen Stücken findet sich beispielsweise auch Leonard Cohens „Hallelujah“ in ihrem Repertoire.
Die drei Musikerinnen des Quartetts sorgen außerdem durch die Wahl ihrer Instrumente für eine typisch ukrainische und traditionelle Farbe in ihrer Musik. Diese fällt auf eine ukrainische „Bandura“. Sie ähnelt einer klassischen Konzertharfe, besitzt aber im Gegensatz zu dieser 65 statt 46 Saiten. Komplettiert wird das Quartett von einem Geiger, der außerdem Mitglied der „Lemberger Virtuosen“ ist.
Während die „Goldkehlchen“ mit ihren Gesangsstimmen und ihrem musikalischen Knowhow ihr Publikum faszinieren, sind die drei Bandura-Spielerinnen und ihr Geiger von der politischen Situation in ihrer Heimat nicht unbeeindruckt geblieben. Auch wenn sich die Konflikte hauptsächlich im Osten ihres Landes abspielen und nicht in der Umgebung Lembergs. Bemerkenswert, wie unbeschwert die Gruppe auftritt. Davon konnten sich die Teilnehmer des Stepping-Stone-Programms beim FESTIVAL JUNGER KÜNSTLER BAYREUTH überzeugen. Spontan gab die Gruppe, die zurzeit für einige Konzerte in Deutschland unterwegs ist, den „Steppingstonelern“ ein von starkem Beifall begleitetes Mittagskonzert im Tagungszentrum des Festivals.
In diesem Jahr sind die „Goldkehlchen“ nicht – wie in früheren Jahren – Teil des Festivals, werden aber sicher auch in Zukunft wieder in Bayreuth vorbeischauen.
Joshua Tsakmakidis