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DESCRIPTION:Musik von Gurdjieff\, Satie und anderen ReisendenOttavia Maria 
 Maceratini\, Piano / Dr. Vladimir Ivanoff\, Perkussion\nErik Satie und Geo
 rge Ivanovitch Gurdjieff: zwei Pilger der Seele und Brüder im Geiste. Gurd
 jieff erzählt in seinen Klavierwerken von Begegnungen mit bemerkenswerten 
 Menschen auf seiner zwanzigjährigen Reise durch den Orient\, die vielleich
 t nie stattgefunden hat. Die „Tänze der Derwische“\, „Gesänge und Rituale 
 der Nachkommen des Propheten“ und „Orientalischen Melodien“\, obwohl teilw
 eise sogar für obligate Begleitung mit Rahmentrommel komponiert\, sind kei
 ne sklavischen Aneignungen traditioneller ethnischer Musiken. Sie transfor
 mieren die Archetypen alter spirituell-musikalischer Traditionen des Orien
 ts auf das archetypische Instrument Europas\, das Klavier\, um Fragen zu b
 eantworten\, denen sich Orient & Okzident nur gemeinsam stellen können. Ei
 n westöstliches Ritual für die moderne Kathedrale postmoderner Gläubigkeit
 : den Konzertsaal.\nSatie sucht im Paris des Fin de Siècle das antike Grie
 chenland und die glücklichen Ufer Asiens. Er versucht umzukehren\, versenk
 t sich in die Vergangenheit und Ferne\, er erschafft sich das Mittelalter\
 , die Mystik\, Religion und den Orient als per¬sönliche psychologische Lan
 dschaften\, um - gleich uns - endlich zu erkennen\, daß es nur eine Liebe 
 aus der Ferne sein kann\, gleich dem „amor de lonh“ der mittelalterlichen 
 Troubadoure.\nGeorge Ivanovitch Gurdjieff ist eine der schillerndsten und 
 rätselhaftesten Figuren in der spirituellen Szene des beginnenden 20. Jahr
 hunderts. Er wurde wahrscheinlich zwischen 1866 und 1877 im damaligen Gren
 zgebiet zwischen der Türkei und Rußland geboren. Seine Herkunft und viele 
 Jahre seines Lebens sind nicht dokumentiert. Gurdjieff neigte dazu\, Gesch
 ichten und Menschen zu erfinden. Doch wird er tatsächlich einige seiner Re
 isen durch Asien und Nordafrika unternommen haben\, wodurch er viele unter
 schiedliche esoterische Schulen kennen lernte\, vor allem sufistische Orde
 n. Sicher ist\, daß er in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts nach Euro
 pa zurückkehrte und ein Wissen mitbrachte\, das dort bis dahin weitgehend 
 unbekannt war\, sowie eine Lehre\, die auf den Erfahrungen und Erkenntniss
 en seiner Reisen beruhte. Er begann seine Lehrtätigkeit in Moskau und St. 
 Petersburg\, mußte aber während der Revolution 1918 fliehen und erreichte 
 mit einer Gruppe seiner Schüler nach einer abenteuerlichen Odyssee schließ
 lich Frankreich. In der Nähe von Fontainebleau bei Paris gründete er sein 
 „Institut für die Harmonische Entwicklung des Menschen“. 1933 siedelte Gur
 djieff endgültig nach Paris um\, wo er bis zu seinem Tode 1949 weiter lehr
 te und umfangreiche Schriften verfaßte. Zusammen mit dem Komponisten und P
 ianisten Thomas de Hartmann schuf Gurdjeff zwischen 1924-1927 zahlreiche K
 lavierwerke\, zum großen Teil auf Grundlage der spirituell-musikalischen E
 indrücke\, die er von seinen Reisen mitgebracht hatte.\nGurdjieffs Lehre e
 nthält mystische Elemente aus Sufismus\, Buddhismus\, Christentum\, Gnosis
 \, der Lehre Zoroasters und der Kabbala. Sein Aufruf war radikal: „Wach au
 f! Wach auf von Deinem unvermuteten hypnotischen Schlaf\, zu Bewußtsein un
 d Gewissen.“ Genau dieser Ruf ist eine der wichtigsten Grundlagen des Sufi
 smus. Gurdjeff hatte 1920 zusammen mit seinem Schüler und musikalischen Pa
 rtner Thomas de Hartmann in Istanbul eine Wohnung in unmittelbarer Nähe de
 s Versammlungsraumes der Mevlevi-Derwische von Galata bezogen. Dort beobac
 hteten sie beinahe täglich das musikalisch-tänzerische Ritual des Sufi-Ord
 ens und nahmen entscheidende spirituelle und musikalische Eindrücke auf ih
 re weiteren Reisen mit\, die später in ihre rituellen Tanzchoreographien u
 nd Klavierwerke Eingang fanden.\nErik Satie war ein eifriger Leser mit hoh
 em Interesse an mystischer Religiosität\, Gregorianischem Choral\, Gotisch
 er Kunst und dem Leben der Heiligen. Seine Studien mittelalterlicher Kunst
  und Musik verbanden sich mit dem glühenden Interesse für Mystik und Esote
 rik zu einem kompositorischen Frühwerk\, welches man mit dem Begriff 'neog
 otisch' bzw. “neogriechisch” umreißen kann. Deutlich ist seine Anlehnung a
 n das hochmittelalterliche Parallel¬organum und an die französische 'Ars N
 ova' des 14. Jahrhunderts zu erkennen.\nSaties Frühwerk ist der Abschluß e
 iner byzantinisierenden neogotischen Bewegung in der Musik\, die in Frankr
 eich durch das ganze 19. Jahrhundert zu verfolgen ist und mit Satie und De
 bussy ihre Höhepunkte erlebt.\nDie 'Gymnopédies' (1887-8) lehnen sich mit 
 ihrem Titel an die Tänze an\, die Jünglinge im antiken Sparta zu Ehren von
  Diana und Apollo beim Gedenken an die Gefallenen der Schlacht von Thyrea 
 aufführten. Ihre archaischen Melodien schweben über einer modal orientiert
 en Harmonik. Sie sind inspiriert von der 'Neogrec'-Mode\, einer Verzauberu
 ng durch die orientalisch-antike Atmosphäre\, die sich un¬ter Napoleon III
 . entwickelte.\nDie 'Gnossiennes' (1889-91) gehen mit ihren Melodien im an
 tik-griechi¬schen chromatischen Modus (a-ges-f-e-des-c-h-a) und den arabes
 ken Verzierungen in der 'Orientalisierung' noch weiter. Anregungen mediter
 raner Musik könnte Satie anläßlich einer Reihe von Aufführungen 'außereuro
 päischer' Musik unter dem Titel 'Musiques bizarres' auf der Pariser Weltau
 sstellung empfangen haben.\nSatie identifizierte sich in seiner damaligen 
 Ideen- und Gefühlswelt mit den Vorstellungen von Joséphin Péladan / Sâr Me
 rodack\, dem Gründer des 'Ordre de la Rose + Croix du Temple et du Graal'.
  Péladan übte mit seiner Mischung aus Okkultismus\, Bizzarerie\, Idealismu
 s und Kitsch großen Einfluß auf viele Pariser Intellektuelle aus. Er setzt
 e Mystik und Magie gegen Bewußtheit und Wissenschaftlichkeit. Triebfeder w
 ar für Péladan wie auch für die früheren Rosenkreuzer die Kritik an der Ge
 genwart. Er verherrlichte das Mittelalter und träumte sich zurück in das '
 Morgenland\, das ursprüngliche Vaterland” und behauptete gar ein Nach¬komm
 e der babylonischen Könige zu sein. Die Gegenwart war in seinen Augen kran
 k. Heilung versprach er sich von einer Rückwendung zum Spirituellen\, aber
  auch zum Okkulten\, zur Mystik und Magie: 'Das Kunstwerk soll ein Gebet s
 ein\, das Geschöpf und Schöpfer ver-eint'.\nSatie wurde 1890 'offizieller 
 Komponist' des 'Ordre de la Rose + Croix'. Mit seinen Kompositionen für de
 n Orden schuf er die wohl heraus¬ragendsten Rosenkreuzer-Musiken und entwi
 ckelte eine einmalige persönliche Kompositionstechnik\, die seiner ge¬samt
 en weiteren Arbeit dienen sollte. Nach dem dramatischen Bruch mit Péladan 
 gründete er eine eigene Kirche\, deren einziges Mitglied er war: 'Eglise M
 étropolitaine d'Art de Jésus Conducteur'.\nIn Saties Frühwerken werden ung
 ewöhnliche harmonische Fortschreitungen - auch durch ihre Verbindung mit a
 ntikisierenden bzw. orientali¬sierenden Melodien - in archaischer Einfachh
 eit präsentiert. Saties harmonische Extravaganz scheint zwar in schroffem 
 Gegensatz zu seiner archaischen Melodik und den einfachen Formen zu stehen
 \, ist aber\, als Emanzipation der Dissonanz gegen den tonalen Fortschreit
 ungs- und Auflösungszwang verstanden\, eine hartnäckige und provokante Ver
 weigerung jeder Art von Entwicklung. Im Zeichen der Mystik entwickelt\, di
 e auf Aufhebung des Zeitgefühls zielt\, konnte sie ihm später\, nach dem B
 ruch mit Péladan\, für gänzlich andere Ziele dienen.\nDr. Vladimir Ivanoff
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